SystemResponsiveness unter Windows konfigurieren
SystemResponsiveness ist eine Einstellung des Windows Multimedia Class Scheduler Service, kurz MMCSS. Sie bestimmt, welcher Anteil der Prozessorressourcen für Aufgaben niedriger Priorität verfügbar bleiben soll, während zeitkritische Multimedia-Aufgaben bevorzugt verarbeitet werden.
Die Einstellung betrifft unter anderem Audio-, Video-, Aufnahme- und Wiedergabeanwendungen, sofern diese den MMCSS verwenden.
Registrierungspfad
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Multimedia\SystemProfile
| Name | Typ | Üblicher Wert |
|---|---|---|
| SystemResponsiveness | DWORD (32-Bit) | 20 dezimal |
Funktionsweise
Der Wert beschreibt den prozentualen Anteil der Prozessorressourcen, der für Aufgaben niedriger Priorität verfügbar bleiben soll.
| Eingetragener Wert | Tatsächlich verwendeter Wert | Wirkung |
|---|---|---|
| 0 bis 9 | 20 | Werte unter 10 werden als 20 behandelt |
| 10 | 10 | 10 Prozent für Aufgaben niedriger Priorität |
| 11 bis 19 | 10 | Abrundung auf das nächste Vielfache von 10 |
| 20 | 20 | 20 Prozent für Aufgaben niedriger Priorität |
| 21 bis 29 | 20 | Abrundung auf das nächste Vielfache von 10 |
| 100 | 100 | MMCSS-Priorisierung wird deaktiviert |
| über 100 | 20 | Ungültige Werte werden als 20 behandelt |
Hexadezimal und dezimal
Im Registrierungseditor kann ein DWORD-Wert hexadezimal oder dezimal eingegeben werden.
10 dezimal = 0A hexadezimal 10 hexadezimal = 16 dezimal
Der Eintrag:
SystemResponsiveness = 10 hexadezimal
entspricht daher `16` dezimal. Da der Wert auf ein Vielfaches von zehn abgerundet wird, ergibt sich effektiv ein Wert von `10`.
Wert 0
SystemResponsiveness = 0
Der Wert `0` bedeutet nicht, dass keine Prozessorleistung für Aufgaben niedriger Priorität vorgesehen wird. Werte unter `10` werden als `20` behandelt.
Der häufig verbreitete Registry-Tipp, mit dem Wert `0` sämtliche Prozessorressourcen für Multimedia-Aufgaben freizugeben, erzielt daher nicht die behauptete Wirkung.
Multimedia-Aufgaben stärker priorisieren
Für eine stärkere Gewichtung MMCSS-verwalteter Multimedia-Aufgaben kann folgender Wert verwendet werden:
SystemResponsiveness = 10 dezimal
Als Registrierungsdatei:
Windows Registry Editor Version 5.00 [HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Multimedia\SystemProfile] "SystemResponsiveness"=dword:0000000a
Damit bleiben zehn Prozent der Prozessorressourcen für Aufgaben niedriger Priorität verfügbar.
Windows-übliche Einstellung
Auf vielen Windows-Systemen ist folgender Wert vorhanden:
SystemResponsiveness = 20 dezimal
Als Registrierungsdatei:
Windows Registry Editor Version 5.00 [HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Multimedia\SystemProfile] "SystemResponsiveness"=dword:00000014
Vor einer Änderung sollte der tatsächlich vorhandene Wert geprüft und gesichert werden.
Wert 100
SystemResponsiveness = 100 dezimal
Der Wert `100` deaktiviert die MMCSS-Priorisierung für entsprechende Multimedia-Aufgaben. Dies ist keine Leistungsoptimierung und kann zeitkritische Audio-, Video- und Multimedia-Anwendungen beeinträchtigen.
Einstellung über die Eingabeaufforderung
Zehn Prozent für Aufgaben niedriger Priorität:
reg add "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Multimedia\SystemProfile" /v SystemResponsiveness /t REG_DWORD /d 10 /f
Zwanzig Prozent für Aufgaben niedriger Priorität:
reg add "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Multimedia\SystemProfile" /v SystemResponsiveness /t REG_DWORD /d 20 /f
Anschließend sollte Windows neu gestartet werden.
Sicherung und Wiederherstellung
Vor der Änderung sollte der vorhandene Schlüssel exportiert werden:
reg export "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Multimedia\SystemProfile" "%USERPROFILE%\Desktop\Multimedia-SystemProfile.reg" /y
Die Sicherung kann später wieder importiert werden:
reg import "%USERPROFILE%\Desktop\Multimedia-SystemProfile.reg"
Hinweise
Eine Verringerung von `20` auf `10` kann MMCSS-verwalteten Multimedia-Aufgaben einen größeren Anteil der Prozessorzeit ermöglichen. Sie erhöht jedoch nicht die gesamte CPU-Leistung.
Die praktische Wirkung hängt davon ab, ob die eingesetzte Anwendung ihre zeitkritischen Threads tatsächlich beim MMCSS anmeldet.
Bei Audioproduktionssystemen sollte die Änderung anhand realer Projekte, Audiopufferfehler, Drop-outs und DPC-Latenzen geprüft werden.