Windows-Prozesspriorität mit Win32PrioritySeparation optimieren
Win32PrioritySeparation beeinflusst die Prozessorzeitplanung von Windows. Der Registry-Wert steuert die Länge und Verteilung der CPU-Zeitintervalle sowie die bevorzugte Behandlung der aktiven Vordergrundanwendung. Die Einstellung erhöht nicht die verfügbare Prozessorleistung. Sie verändert lediglich, wie Windows die vorhandene Rechenzeit zwischen Vordergrundprogrammen und Hintergrundprozessen verteilt.
Registrierungspfad
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\PriorityControl
| Name | Typ | Beispielwert |
|---|---|---|
| Win32PrioritySeparation | DWORD (32-Bit) | 26 hexadezimal |
Werte und Wirkung
| Hexadezimal | Dezimal | Zeitintervalle | Vordergrundbonus |
|---|---|---|---|
| 2A | 42 | kurz und fest | hoch |
| 29 | 41 | kurz und fest | mittel |
| 28 | 40 | kurz und fest | keiner |
| 26 | 38 | kurz und variabel | hoch |
| 25 | 37 | kurz und variabel | mittel |
| 24 | 36 | kurz und variabel | keiner |
| 1A | 26 | lang und fest | hoch |
| 19 | 25 | lang und fest | mittel |
| 18 | 24 | lang und fest | keiner |
| 16 | 22 | lang und variabel | hoch |
| 15 | 21 | lang und variabel | mittel |
| 14 | 20 | lang und variabel | keiner |
Wichtig: Hexadezimale und dezimale Werte dürfen nicht verwechselt werden. Der Wert `26` hexadezimal entspricht `38` dezimal.
Vordergrundprogramme bevorzugen
Für interaktive Arbeitsplatzprogramme und Anwendungen, die unmittelbar auf Benutzereingaben reagieren sollen, wird häufig folgender Wert verwendet:
Win32PrioritySeparation = 26 hexadezimal
Dieser Wert verwendet kurze, variable CPU-Zeitintervalle und einen hohen Vordergrundbonus.
Als Registrierungsdatei:
Windows Registry Editor Version 5.00 [HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\PriorityControl] "Win32PrioritySeparation"=dword:00000026
Kurze Zeitintervalle ohne Vordergrundbonus
Win32PrioritySeparation = 24 hexadezimal
Dieser Wert verwendet kurze, variable Zeitintervalle, bevorzugt die aktive Vordergrundanwendung jedoch nicht zusätzlich.
Die Einstellung ist keine allgemeine Leistungssteigerung. Sie kann sinnvoll sein, wenn mehrere rechenintensive Prozesse möglichst gleichmäßig behandelt werden sollen. Bei normalen Arbeitsplatzsystemen kann sie die wahrgenommene Reaktionsfähigkeit verschlechtern.
Einstellung über Windows
Die grundlegende Prozessorzeitplanung lässt sich auch über die Windows-Systemsteuerung ändern:
- `SystemPropertiesPerformance.exe` starten.
- Die Registerkarte `Erweitert` öffnen.
- Unter `Prozessorzeitplanung` zwischen `Programme` und `Hintergrunddienste` wählen.
- Windows neu starten.
Die Option `Programme` bevorzugt interaktive Vordergrundanwendungen. Die Option `Hintergrunddienste` verteilt die Prozessorzeit gleichmäßiger.
Einstellung über die Eingabeaufforderung
Kurze, variable Zeitintervalle mit hohem Vordergrundbonus:
reg add "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\PriorityControl" /v Win32PrioritySeparation /t REG_DWORD /d 0x26 /f
Kurze, variable Zeitintervalle ohne Vordergrundbonus:
reg add "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\PriorityControl" /v Win32PrioritySeparation /t REG_DWORD /d 0x24 /f
Anschließend sollte Windows neu gestartet werden.
Sicherung und Wiederherstellung
Vor der Änderung sollte der vorhandene Schlüssel exportiert werden:
reg export "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\PriorityControl" "%USERPROFILE%\Desktop\PriorityControl.reg" /y
Die Sicherung kann später durch einen Doppelklick auf die erzeugte Datei oder mit folgendem Befehl wieder importiert werden:
reg import "%USERPROFILE%\Desktop\PriorityControl.reg"
Hinweise
Der optimale Wert hängt von der verwendeten Software, den Hintergrunddiensten und dem jeweiligen Arbeitsszenario ab. Ein höherer Vordergrundbonus erzeugt nicht automatisch mehr Leistung oder höhere Bildraten.
Bei Audio- und Videoproduktionssystemen sollte die Einstellung unter realer Last geprüft werden. Audiotreiber, Rendering-Prozesse und Multimedia-Threads können unabhängig vom sichtbaren Vordergrundfenster arbeiten.