TdrDelay unter Windows konfigurieren: Unterschied zwischen den Versionen

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'''TdrDelay''' bestimmt, wie lange Windows auf eine Reaktion der Grafikkarte wartet, bevor die Funktion '''Timeout Detection and Recovery''' den Grafiktreiber als blockiert betrachtet und dessen Wiederherstellung einleitet.
'''TdrDelay''' bestimmt, wie lange Windows auf die Grafikkarte wartet, bevor die Funktion '''Timeout Detection and Recovery''' den Grafiktreiber als blockiert betrachtet und eine Wiederherstellung einleitet.


Eine Erhöhung des Wertes beschleunigt die Grafikkarte nicht. Sie verlängert lediglich die Zeit, die Windows einer lang laufenden GPU-Berechnung einräumt.
Eine Erhöhung beschleunigt weder die Grafikkarte noch Berechnungen oder Spiele. Sie verlängert ausschließlich das Zeitfenster, in dem die GPU einen laufenden Auftrag beenden oder unterbrechen kann.
 
== Funktionsweise von TDR ==
 
Windows überwacht über das '''Windows Display Driver Model''' die Reaktionsfähigkeit der Grafikkarte.
 
Kann die GPU einen Auftrag innerhalb des festgelegten Zeitlimits weder abschließen noch unterbrechen, behandelt Windows sie als blockiert. Anschließend versucht das System, den Grafiktreiber und die GPU zurückzusetzen, ohne den gesamten Computer neu zu starten.
 
Der interne Standardwert für dieses Zeitlimit beträgt zwei Sekunden.


== Registrierungspfad ==
== Registrierungspfad ==
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</pre>
</pre>


{| class="wikitable"
== Registrierungswert ==
! Name
! Typ


| ! Windows-Standard |
'''Name:'''
| ------------------ |
| TdrDelay          |
| DWORD (32-Bit)    |
| 2 Sekunden        |
| }                  |


Ist der Wert nicht vorhanden, verwendet Windows intern den Standardwert von zwei Sekunden.
<pre>
TdrDelay
</pre>
 
'''Typ:'''
 
<pre>
DWORD-Wert (32-Bit)
</pre>
 
'''Windows-Standard:'''
 
<pre>
2 Sekunden
</pre>
 
Ist der Wert nicht vorhanden, verwendet Windows automatisch den internen Standardwert von zwei Sekunden.


== TdrDelay auf zehn Sekunden erhöhen ==
== TdrDelay auf zehn Sekunden erhöhen ==


Im Registrierungseditor wird ein neuer DWORD-Wert mit dem Namen '''TdrDelay''' angelegt.
Unterhalb des Registrierungsschlüssels wird ein neuer '''DWORD-Wert (32-Bit)''' mit dem Namen '''TdrDelay''' angelegt.


Bei der Eingabebasis '''Dezimal''' wird folgender Wert eingetragen:
Bei der Eingabebasis '''Dezimal''' wird eingetragen:


<pre>
<pre>
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</pre>
</pre>


'''10 hexadezimal''' entspricht dagegen '''16 dezimal''' und würde das Zeitlimit auf 16 Sekunden setzen.
'''Achtung:''' Der Eintrag '''10''' bei gewählter Basis '''Hexadezimal''' entspricht 16 Sekunden.


== Registrierungsdatei ==
== Registrierungsdatei ==


Die folgende Registrierungsdatei setzt das Zeitlimit auf zehn Sekunden:
Die folgende Registrierungsdatei setzt TdrDelay auf zehn Sekunden:


<pre>
<pre>
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</pre>
</pre>


Der Inhalt kann als Datei mit der Endung ''.reg'' gespeichert und anschließend mit Administratorrechten ausgeführt werden.
Der Inhalt kann als Datei mit der Endung <code>.reg</code> gespeichert und anschließend mit Administratorrechten ausgeführt werden.


== Einstellung über die Eingabeaufforderung ==
== Einstellung über das Windows-Terminal ==


Die Eingabeaufforderung muss als Administrator geöffnet werden:
Das Windows-Terminal oder die Eingabeaufforderung muss als Administrator geöffnet werden:


<pre>
<pre>
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Anschließend muss Windows neu gestartet werden.
Anschließend muss Windows neu gestartet werden.
== Wann kann eine Erhöhung sinnvoll sein? ==
Eine moderate Erhöhung kann bei einzelnen Anwendungen sinnvoll sein, deren GPU-Aufträge absichtlich länger als zwei Sekunden dauern.
Mögliche Anwendungsbereiche sind:
* GPU-Rendering
* wissenschaftliche GPU-Berechnungen
* bestimmte Video- und 3D-Anwendungen
* Entwicklung und Prüfung von Grafiktreibern
* reproduzierbare Timeouts bei ansonsten stabiler Hardware und Software
Die Änderung sollte nur vorgenommen werden, wenn ein konkreter Zusammenhang zwischen der Anwendung und dem TDR-Zeitlimit besteht.
== Wann ist eine Erhöhung nicht sinnvoll? ==
TdrDelay behebt keine grundlegenden Stabilitätsprobleme.
Eine Erhöhung ist keine geeignete Lösung bei:
* fehlerhaften oder beschädigten Grafiktreibern
* instabiler GPU- oder Speicherübertaktung
* Überhitzung
* fehlerhafter Spannungsversorgung
* defekter Grafikkarte
* beschädigten Systemdateien
* wiederholten Abstürzen ohne klaren Zusammenhang mit langen GPU-Berechnungen
Bei einem tatsächlichen Stillstand der GPU wartet Windows nach einer Erhöhung entsprechend länger, bevor es den Grafiktreiber zurücksetzt. Der schwarze oder eingefrorene Bildschirm bleibt dadurch länger bestehen.
== Bewertung möglicher Werte ==
=== Zwei Sekunden ===
<pre>
TdrDelay = 2
</pre>
Dies entspricht dem internen Windows-Standard und ist für normale Arbeitsplatz-, Spiele- und Multimediasysteme die grundsätzlich sinnvolle Einstellung.
=== Zehn Sekunden ===
<pre>
TdrDelay = 10
</pre>
Ein moderater Testwert für Anwendungen mit nachweislich langen GPU-Aufträgen. Der Wert kann unnötige Treiberzurücksetzungen verhindern, verzögert bei einem echten GPU-Stillstand jedoch auch die Wiederherstellung.
=== Sehr hohe Werte ===
Werte von 30, 60 Sekunden oder mehr sollten nicht als allgemeine Lösung verwendet werden. Sie können einen tatsächlichen Grafikfehler lediglich länger verbergen und das System entsprechend lange unbedienbar lassen.
=== TDR vollständig deaktivieren ===
Die TDR-Erkennung sollte nicht deaktiviert werden. Ohne automatische Erkennung und Wiederherstellung kann ein blockierter Grafiktreiber zu einem dauerhaft eingefrorenen System führen.
== Weitere TDR-Einstellungen ==
Im selben Registrierungsschlüssel existieren weitere TDR-bezogene Werte. Diese sind keine allgemeinen Leistungsoptimierungen und sollten normalerweise unverändert bleiben.
=== TdrDdiDelay ===
'''Standardwert:''' 5 Sekunden
Dieser Wert bestimmt, wie lange Windows darauf wartet, dass betroffene Threads den Grafiktreiber verlassen. Wird die Frist überschritten, kann Windows den Computer mit dem Fehler '''VIDEO_TDR_FAILURE''' anhalten.
Eine Änderung ist für normale Anwender nicht sinnvoll.
=== TdrLevel ===
Dieser Wert bestimmt das grundlegende Verhalten der TDR-Wiederherstellung.
<pre>
0 = TDR-Erkennung deaktiviert
1 = sofortiger Systemabsturz bei erkanntem Timeout
2 = Wiederherstellung im VGA-Modus, nicht implementiert
3 = Wiederherstellung des Grafiktreibers, Windows-Standard
</pre>
Der Standardwert '''3''' sollte beibehalten werden.
Insbesondere der Wert '''0''' ist keine Optimierung. Er deaktiviert eine wichtige Schutz- und Wiederherstellungsfunktion von Windows.
=== TdrDebugMode ===
Dieser Wert steuert das Verhalten in Verbindung mit einem Kernel-Debugger.
Der Standardwert ermöglicht die Wiederherstellung ohne Unterbrechung durch einen Debugger. Änderungen sind ausschließlich für gezielte Treiberentwicklung und Fehlerdiagnose relevant.
=== TdrLimitTime ===
'''Standardwert:''' 60 Sekunden
Dieser Wert legt den Zeitraum fest, innerhalb dessen mehrere TDR-Ereignisse gezählt werden.
Eine Änderung behebt keine Ursache für wiederholte Grafiktreiberfehler.
=== TdrLimitCount ===
'''Standardwert:''' 5 TDR-Ereignisse
Dieser Wert legt fest, wie viele GPU-Timeouts innerhalb des durch '''TdrLimitTime''' bestimmten Zeitraums zulässig sind, bevor Windows den Computer kontrolliert anhält.
Eine Erhöhung kann wiederholte Fehler lediglich länger tolerieren und ist keine Stabilitätsoptimierung.
=== TdrTestMode ===
Dieser Wert ist reserviert und darf nicht verwendet werden.
=== TdrDodPresentDelay und TdrDodVSyncDelay ===
Diese Werte betreffen spezielle Kernel-Mode-Display-Only-Treiber und sind ausschließlich für Entwicklung und Debugging vorgesehen.
Für normale Grafikkarten-, Spiele-, Video- oder Rendering-Systeme sind sie nicht relevant.
== Empfohlene Vorgehensweise bei TDR-Fehlern ==
Vor einer Änderung von TdrDelay sollten zunächst folgende Ursachen geprüft werden:
# Grafiktreiber aktualisieren oder auf eine zuvor stabile Version zurücksetzen.
# GPU-, Videospeicher- und Arbeitsspeicher-Übertaktung deaktivieren.
# Temperaturen und Spannungsversorgung prüfen.
# Fehler nur mit der betroffenen Anwendung reproduzieren.
# Windows-Ereignisanzeige und Anwendungsprotokolle auswerten.
# Erst danach TdrDelay testweise moderat erhöhen.
Eine Verbesserung durch TdrDelay deutet nicht automatisch auf eine optimale Lösung hin. Sie kann auch bedeuten, dass eine Anwendung oder ein Treiber ungewöhnlich lange, nicht unterbrechbare GPU-Aufträge erzeugt.


== Rückgängig machen ==
== Rückgängig machen ==


Um wieder den internen Windows-Standardwert zu verwenden, wird der manuell angelegte Wert gelöscht:
Um wieder den internen Windows-Standard zu verwenden, wird der manuell angelegte Wert gelöscht:


<pre>
<pre>
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Anschließend muss Windows neu gestartet werden.
Anschließend muss Windows neu gestartet werden.


== Wirkung und Einsatzbereich ==
== Fazit ==
 
Eine Erhöhung kann bei Anwendungen sinnvoll sein, deren einzelne GPU-Berechnungen länger als zwei Sekunden dauern. Dies kann beispielsweise bei bestimmten Rendering-, Berechnungs- oder Entwicklungsaufgaben auftreten.
 
Der Wert behebt jedoch keine instabilen Grafiktreiber, fehlerhafte Übertaktung, Temperaturprobleme, Hardwarefehler oder eine unzureichende Spannungsversorgung.
 
Bei einem tatsächlichen Stillstand der Grafikkarte wartet Windows entsprechend länger, bevor der Grafiktreiber zurückgesetzt wird. Dadurch kann ein schwarzer oder eingefrorener Bildschirm länger bestehen bleiben.


== Hinweis ==
'''TdrDelay''' ist eine Zeitlimit- und Diagnoseeinstellung, keine Grafikoptimierung.


Microsoft dokumentiert die TDR-Registrierungswerte hauptsächlich für gezielte Tests und die Fehlerdiagnose während der Entwicklung von Grafiktreibern.
Ein Wert von zehn Sekunden kann bei nachweislich langen GPU-Berechnungen als gezielter Test sinnvoll sein. Für normale Systeme sollte der Windows-Standard beibehalten werden.


'''TdrDelay ist daher als Diagnose- oder Kompatibilitätseinstellung zu verstehen und nicht als allgemeine Grafikoptimierung.'''
Die weiteren TDR-Werte sollten ausschließlich zur Treiberentwicklung oder qualifizierten Fehlerdiagnose verändert werden.


[[Kategorie:Registry – Grafik]]
[[Kategorie:Registry – Grafik]]

Aktuelle Version vom 12. Juli 2026, 11:43 Uhr

TdrDelay bestimmt, wie lange Windows auf die Grafikkarte wartet, bevor die Funktion Timeout Detection and Recovery den Grafiktreiber als blockiert betrachtet und eine Wiederherstellung einleitet.

Eine Erhöhung beschleunigt weder die Grafikkarte noch Berechnungen oder Spiele. Sie verlängert ausschließlich das Zeitfenster, in dem die GPU einen laufenden Auftrag beenden oder unterbrechen kann.

Funktionsweise von TDR

Windows überwacht über das Windows Display Driver Model die Reaktionsfähigkeit der Grafikkarte.

Kann die GPU einen Auftrag innerhalb des festgelegten Zeitlimits weder abschließen noch unterbrechen, behandelt Windows sie als blockiert. Anschließend versucht das System, den Grafiktreiber und die GPU zurückzusetzen, ohne den gesamten Computer neu zu starten.

Der interne Standardwert für dieses Zeitlimit beträgt zwei Sekunden.

Registrierungspfad

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\GraphicsDrivers

Registrierungswert

Name:

TdrDelay

Typ:

DWORD-Wert (32-Bit)

Windows-Standard:

2 Sekunden

Ist der Wert nicht vorhanden, verwendet Windows automatisch den internen Standardwert von zwei Sekunden.

TdrDelay auf zehn Sekunden erhöhen

Unterhalb des Registrierungsschlüssels wird ein neuer DWORD-Wert (32-Bit) mit dem Namen TdrDelay angelegt.

Bei der Eingabebasis Dezimal wird eingetragen:

10

Bei der Eingabebasis Hexadezimal entspricht dies:

A

Achtung: Der Eintrag 10 bei gewählter Basis Hexadezimal entspricht 16 Sekunden.

Registrierungsdatei

Die folgende Registrierungsdatei setzt TdrDelay auf zehn Sekunden:

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\GraphicsDrivers]
"TdrDelay"=dword:0000000a

Der Inhalt kann als Datei mit der Endung .reg gespeichert und anschließend mit Administratorrechten ausgeführt werden.

Einstellung über das Windows-Terminal

Das Windows-Terminal oder die Eingabeaufforderung muss als Administrator geöffnet werden:

reg add "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\GraphicsDrivers" /v TdrDelay /t REG_DWORD /d 10 /f

Anschließend muss Windows neu gestartet werden.

Wann kann eine Erhöhung sinnvoll sein?

Eine moderate Erhöhung kann bei einzelnen Anwendungen sinnvoll sein, deren GPU-Aufträge absichtlich länger als zwei Sekunden dauern.

Mögliche Anwendungsbereiche sind:

  • GPU-Rendering
  • wissenschaftliche GPU-Berechnungen
  • bestimmte Video- und 3D-Anwendungen
  • Entwicklung und Prüfung von Grafiktreibern
  • reproduzierbare Timeouts bei ansonsten stabiler Hardware und Software

Die Änderung sollte nur vorgenommen werden, wenn ein konkreter Zusammenhang zwischen der Anwendung und dem TDR-Zeitlimit besteht.

Wann ist eine Erhöhung nicht sinnvoll?

TdrDelay behebt keine grundlegenden Stabilitätsprobleme.

Eine Erhöhung ist keine geeignete Lösung bei:

  • fehlerhaften oder beschädigten Grafiktreibern
  • instabiler GPU- oder Speicherübertaktung
  • Überhitzung
  • fehlerhafter Spannungsversorgung
  • defekter Grafikkarte
  • beschädigten Systemdateien
  • wiederholten Abstürzen ohne klaren Zusammenhang mit langen GPU-Berechnungen

Bei einem tatsächlichen Stillstand der GPU wartet Windows nach einer Erhöhung entsprechend länger, bevor es den Grafiktreiber zurücksetzt. Der schwarze oder eingefrorene Bildschirm bleibt dadurch länger bestehen.

Bewertung möglicher Werte

Zwei Sekunden

TdrDelay = 2

Dies entspricht dem internen Windows-Standard und ist für normale Arbeitsplatz-, Spiele- und Multimediasysteme die grundsätzlich sinnvolle Einstellung.

Zehn Sekunden

TdrDelay = 10

Ein moderater Testwert für Anwendungen mit nachweislich langen GPU-Aufträgen. Der Wert kann unnötige Treiberzurücksetzungen verhindern, verzögert bei einem echten GPU-Stillstand jedoch auch die Wiederherstellung.

Sehr hohe Werte

Werte von 30, 60 Sekunden oder mehr sollten nicht als allgemeine Lösung verwendet werden. Sie können einen tatsächlichen Grafikfehler lediglich länger verbergen und das System entsprechend lange unbedienbar lassen.

TDR vollständig deaktivieren

Die TDR-Erkennung sollte nicht deaktiviert werden. Ohne automatische Erkennung und Wiederherstellung kann ein blockierter Grafiktreiber zu einem dauerhaft eingefrorenen System führen.

Weitere TDR-Einstellungen

Im selben Registrierungsschlüssel existieren weitere TDR-bezogene Werte. Diese sind keine allgemeinen Leistungsoptimierungen und sollten normalerweise unverändert bleiben.

TdrDdiDelay

Standardwert: 5 Sekunden

Dieser Wert bestimmt, wie lange Windows darauf wartet, dass betroffene Threads den Grafiktreiber verlassen. Wird die Frist überschritten, kann Windows den Computer mit dem Fehler VIDEO_TDR_FAILURE anhalten.

Eine Änderung ist für normale Anwender nicht sinnvoll.

TdrLevel

Dieser Wert bestimmt das grundlegende Verhalten der TDR-Wiederherstellung.

0 = TDR-Erkennung deaktiviert
1 = sofortiger Systemabsturz bei erkanntem Timeout
2 = Wiederherstellung im VGA-Modus, nicht implementiert
3 = Wiederherstellung des Grafiktreibers, Windows-Standard

Der Standardwert 3 sollte beibehalten werden.

Insbesondere der Wert 0 ist keine Optimierung. Er deaktiviert eine wichtige Schutz- und Wiederherstellungsfunktion von Windows.

TdrDebugMode

Dieser Wert steuert das Verhalten in Verbindung mit einem Kernel-Debugger.

Der Standardwert ermöglicht die Wiederherstellung ohne Unterbrechung durch einen Debugger. Änderungen sind ausschließlich für gezielte Treiberentwicklung und Fehlerdiagnose relevant.

TdrLimitTime

Standardwert: 60 Sekunden

Dieser Wert legt den Zeitraum fest, innerhalb dessen mehrere TDR-Ereignisse gezählt werden.

Eine Änderung behebt keine Ursache für wiederholte Grafiktreiberfehler.

TdrLimitCount

Standardwert: 5 TDR-Ereignisse

Dieser Wert legt fest, wie viele GPU-Timeouts innerhalb des durch TdrLimitTime bestimmten Zeitraums zulässig sind, bevor Windows den Computer kontrolliert anhält.

Eine Erhöhung kann wiederholte Fehler lediglich länger tolerieren und ist keine Stabilitätsoptimierung.

TdrTestMode

Dieser Wert ist reserviert und darf nicht verwendet werden.

TdrDodPresentDelay und TdrDodVSyncDelay

Diese Werte betreffen spezielle Kernel-Mode-Display-Only-Treiber und sind ausschließlich für Entwicklung und Debugging vorgesehen.

Für normale Grafikkarten-, Spiele-, Video- oder Rendering-Systeme sind sie nicht relevant.

Empfohlene Vorgehensweise bei TDR-Fehlern

Vor einer Änderung von TdrDelay sollten zunächst folgende Ursachen geprüft werden:

  1. Grafiktreiber aktualisieren oder auf eine zuvor stabile Version zurücksetzen.
  1. GPU-, Videospeicher- und Arbeitsspeicher-Übertaktung deaktivieren.
  1. Temperaturen und Spannungsversorgung prüfen.
  1. Fehler nur mit der betroffenen Anwendung reproduzieren.
  1. Windows-Ereignisanzeige und Anwendungsprotokolle auswerten.
  1. Erst danach TdrDelay testweise moderat erhöhen.

Eine Verbesserung durch TdrDelay deutet nicht automatisch auf eine optimale Lösung hin. Sie kann auch bedeuten, dass eine Anwendung oder ein Treiber ungewöhnlich lange, nicht unterbrechbare GPU-Aufträge erzeugt.

Rückgängig machen

Um wieder den internen Windows-Standard zu verwenden, wird der manuell angelegte Wert gelöscht:

reg delete "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\GraphicsDrivers" /v TdrDelay /f

Anschließend muss Windows neu gestartet werden.

Fazit

TdrDelay ist eine Zeitlimit- und Diagnoseeinstellung, keine Grafikoptimierung.

Ein Wert von zehn Sekunden kann bei nachweislich langen GPU-Berechnungen als gezielter Test sinnvoll sein. Für normale Systeme sollte der Windows-Standard beibehalten werden.

Die weiteren TDR-Werte sollten ausschließlich zur Treiberentwicklung oder qualifizierten Fehlerdiagnose verändert werden.